Pressemeldung Nr. 469 vom

„Ersatz-Agrarminister“ Sander soll NRW-Beispiel für vorsorgenden Verbraucherschutz folgen GRÜNE fordern Auslieferungsstopp für Eier aus Betrieben mit Dioxinfutter

Nach Medienberichten über dioxinbelastetes Hühnerfutter aus einem niedersächsischen Zulieferbetrieb hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer von der Landesregierung "schnelles und entschlossenes Handeln" gefordert. Der "Ersatz-Agrarminister" Sander müsse dem Beispiel Nordrhein-Westfalens folgen und für einen generellen Auslieferstopp der betroffenen Eierlieferanten sorgen, sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch (heute) in Hannover. "Eine Bagatellisierung des gefährlichen Dioxins in Lebensmitteln wäre unverantwortlich."

Meyer bezieht sich auf Berichte, wonach ein Futtermittelhersteller im Landkreis Vechta in seinen Produkten erhöhte Dioxinwerte festgestellt hat. Anders als in Niedersachsen wurde in NRW daraufhin bereits vor Weihnachten für betroffene Legehennenbetriebe ein Stopp des Eierverkaufs verfügt.

Der Grünen-Politiker kritisierte Stellungnahmen des Ministeriums, in denen der Eierverzehr als "unproblematisch" bezeichnet wurde. Meyer wies darauf hin, dass Dioxin nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auch in geringen Dosen Krebs auslösen kann. "Deshalb muss aus Vorsorgegründen eine Auslieferung der Eier von den 20 in Niedersachsen betroffenen Betrieben unbedingt unterbunden werden. Im Zweifel hat der Verbraucherschutz Vorrang vor dem wirtschaftlichen Interesse der Agrarindustrie." Erst wenn der begründete Verdacht auf eine erhöhte Dioxinbelastung ausgeräumt sei, dürften die Betriebe wieder liefern.

Der Grünen-Politiker forderte, die "Vorsorge-Regelung aus NRW" zu übernehmen und nicht erst die voraussichtlich in einer Woche vorliegenden Laborergebnisse abzuwarten. "Ansonsten bleibt Niedersachsen wieder einmal Schlusslicht beim Verbraucherschutz".

Meyer lobte den freiwilligen Verkaufsstopp einzelner Betriebe. "Diese Firmen gehen offenbar davon aus, dass ein begründetes Risiko besteht. Daran sollte sich Minister Sander orientieren und den Eiertanz seines Hauses beim Umgang mit den Giftrückständen beenden."

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