Pressemeldung Nr. 003 vom

Grüne fordern Sondersitzung des Agrarausschusses Ursachen und Konsequenzen im Dioxin-Eier-Skandal

Angesichts des Dioxin-Skandals und der Sperrung von 1000 Höfen in Niedersachsen, fordern die Landtagsgrünen eine unverzügliche Sondersitzung des Agrarausschusses im Landtag. "Wir wollen wissen, wie das krebserregende Dioxin ins Ei kam und was die möglichen Folgen für die Betriebe und die Gesundheit der Verbraucher sind", sagte der stellv. Fraktionsvorsitzende Christian Meyer in Hannover. Nach Ansicht der Grünen müsse die Landesregierung auch aufklären, warum sie - im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen - nach den ersten Dioxinfunden im Tierfutter so lange gezögert hat und allein zwischen Weihnachten und Neujahr weitere 3 Millionen dioxinverdächtige Eier aus Niedersachsen in den Handel geraten und verzehrt werden konnten.

"Die Landesregierung hat zumindest fahrlässig, wenn nicht verantwortungslos gehandelt und erhebliche Mängel beim vorbeugenden Verbraucherschutz im Lande gezeigt. Das muss Konsequenzen und Veränderungen bei den Kontroll- und Meldestrukturen haben!", forderte Meyer. Dass das Haus mit dem Interims-Agrarminister Sander "kopf- und führungslos" sei, dürfe nicht auf dem Rücken von Bauern und Verbrauchern ausgetragen werden. "Auch in der Nach-Weihnachtszeit haben die Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf gesunde Lebensmittel ohne Giftstoffe. Der Verbraucherschutz muss stets Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen der Betreiber und Verharmlosungen der Agrarindustrie haben", sagte der Agrarexperte.

Mit der Sondersitzung des Agrarausschusses wollen die Grünen auch Erkenntnisse über die gesamte Kette des Dioxin-Skandals erhalten. "Wie kann es sein, dass industrielle Abfälle bei der Biodiesel-Erzeugung im Tierfutter landen? Warum gibt es keine Kontrollen der Zulieferer auf Giftstoffe? Sind die Dokumente der Lieferanten vollständig überprüft worden? Ist die personelle und technische Ausstattung im Verbraucherschutz ausreichend? Wie lief die Abstimmung zwischen den Bundesländern? Warum wurde in Niedersachsen zunächst ausgeschlossen, dass es auch in Eiern eine erhöhte Dioxinbelastung geben kann? Wer haftet und kommt für den Millionenschaden auf? Welche Hilfe bekommen Landwirte, die verunreinigtes Futter bekommen haben? Werden jetzt auch die Eier aus den belasteten Betrieben aus dem Handel zurückgerufen? Warum werden die Verbraucher nicht über die Namen der belasteten Firmen und Handelsmarken informiert, so dass sie deren Produkte meiden können?", formulierte Meyer einige Fragen.

"Das Parlament muss jetzt vollständig über den größten Dioxinskandal der letzten Jahre informiert werden, um Konsequenzen im Sinne einer grundlegenden Verbesserung des Verbraucherschutzes zu ziehen. Das Frühstücksei muss genauso wie andere Lebensmittel giftfrei sein. Es muss vollständig transparent sein, wie und womit das Huhn gefüttert wurde", so Meyer abschließend.

Zurück zum Pressearchiv