Pressemeldung Nr. 257 vom

Landesregierung verharmlost Dioxinverseuchung an der Ems GRÜNE fordern unverzügliche Unterrichtung im Agrarausschuss

Als "Verharmlosung" haben die Landtagsgrünen eine Erklärung des Agrarministeriums kritisiert, in der der Grenzwert für Dioxin mit dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums eines Joghurts verglichen wird: Man solle den Joghurt nicht mehr verkaufen, könne ihn aber noch gefahrlos verzehren. "Eine solche Bagatellisierung ist zynisch, das Krebsgift an der Ems ist kein abgelaufener Joghurt", sagte der agrarpolitische Sprecher Christian Meyer am Freitag.

Der "Joghurt-Vergleich" sei ein weiterer Beleg für das unzulängliche Krisenmanagement der Landesregierung an der Ems. So sei immer noch nicht geklärt, welche Flächen zu welchem Zeitpunkt aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen werden sollten. "Gesundheitsgefahren durch das bereits in kleinsten Mengen krebserregende Dioxin und dessen Eintrag in Lebensmittel sind nicht auszuschließen. Daher müssen alle betroffenen Flächen sofort aus der  Nutzung genommen werden", sagte der Grünen-Politiker. Ebenfalls müsse das Land endlich deutlich sagen, ob es für Entschädigungen der betroffenen Landwirte aufkommt. "Das Agrarministerium ist der verunsicherten Region gegenüber eine klare Aussage schuldig!" Auch das unbeirrte Festhalten am geplanten Sommerstau sei verantwortungslos, so lange die Ursachen der Gifteinträge im Überschwemmungsgebiet der Ems nicht geklärt seien, kritisierte der Grünen-Politiker.

Meyer forderte eine unverzügliche Unterrichtung des Agrarausschusses zum aktuellen Stand der Untersuchungen und der Maßnahmen, die ergriffen werden. "Auch die Frage, warum mehr als ein halbes Jahr verstrichen ist, ohne dass die Öffentlichkeit und besonders auch die Landwirte über die zu hohen Dioxinwerte informiert wurden, muss noch beantwortet werden."

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