Grüne fordern verstärkten Schutz der Nordsee auch vor Ölkatastrophen "Weltnaturerbe Wattenmeer darf kein Freizeitpark werden"

Der naturschutzpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion Christian Meyer hat anlässlich des internationalen Tags der Meere am 20.5.10 einen verstärkten Schutz der Nordsee vor schädlichen Beeinträchtigungen gefordert. "Dazu gehört auch eine Vorsorge gegen Ölkatastrophen wie im Golf von Mexiko", erklärte Christian Meyer.  Nach Einschätzung der Grünen sei auch vor der niedersächsischen Küste ein Unfall mit auslaufendem Öl aus Plattformen oder Tankern jederzeit möglich. Das einzigartige Weltnaturerbe Wattenmeer wäre dann zerstört.

In einer großen Anfrage im Landtag fordern die Grünen eine deutliche Senkung der Schadstoffeinträge in das Ökosystem Nordsee. "Allein über die Elbe werden jährlich über 90.000 Tonnen Stickstoff und fast 5.000 Tonnen Phosphor in die Nordsee eingetragen. Das hat eine massive Überdüngung und Belastung zur Folge", sagte Meyer.

Der von der Landesregierung im Alleingang beschlossene Verzicht auf von künstlichen Düngemitteln freizuhaltenden Gewässerrandstreifen habe weitere schwere Folgen für die Umwelt. Auch langlebige, toxische Stoffe wie Dioxine finden sich in immer mehr Nordseelebewesen und gefährden Mensch und Natur.

In diesem Zusammenhang kritisieren die Grünen auch einen Antrag der CDU-FDP-Landtagsfraktionen, der eine verstärkte touristische Nutzung des Wattenmeeres vorsieht. "Das Wattenmeer ist kein auf reinen Kommerz ausgerichteter Freizeitpark, sondern einer der wertvollsten Lebensräume der Welt. Der Schutz vor Beeinträchtigungen muss daher endlich Priorität vor reinen wirtschaftlichen Interessen haben. Die Politik der Landesregierung steht dazu im Widerspruch", sagte der Naturschutzexperte Meyer. Besonders Umweltminister Sander (FDP) lasse zu, dass neue Kohlekraftwerke an der Küste gebaut werden sollen, die schädlichen Emissionen aus der Massentierhaltung nicht eingeschränkt werden und der Schutz der Natur immer mehr unter die Räder komme.

Meyer: "Niedersachsen hat nach Einschätzung von Umweltverbänden mittlerweile das schlechteste Naturschutzgesetz Deutschlands. Die genehmigten Eingriffe in das Wattenmeer nehmen zu. Gleichzeitig werden die Fördermittel für Naturschutz ständig reduziert und auf Erlebnisprojekte konzentriert. Die UN-Auszeichnung verpflichtet uns jedoch zu mehr und nicht zu weniger Schutz!"

Die Grünen fordern daher als Konsequenz aus der Erklärung des Wattenmeers zum UNESCO - Weltnaturerbe eine klare und nachhaltige Meeresschutzstrategie. Ölförderungen müssten untersagt, Schadstoffeinträge deutlich reduziert und strikte Schutzzonen ausgeweitet werden.

"Nur wenn wir den Lebensraum Wattenmeer achten und schützen, können ihn auch noch die nachfolgenden Generationen genießen. Nur ein sanfter Tourismus, der die Umwelt nicht zerstört, hat dafür eine Zukunft!"

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