Fall in Cuxhaven wird Thema im Landtag Was wusste die Landesregierung über Verstöße gegen Tierschutz?

ersetzt PM 57 vom 13.2.2011

Im Zusammenhang mit den Meldungen über staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Tierquälerei in einem Unternehmen in Cuxhaven erhebt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer auch Vorwürfe gegen die niedersächsische Landesregierung: "Es ist kaum vorstellbar, dass die trotz Verbots millionenfach ausgeübte jahrelange Praxis des Amputierens von Zehen und Kämmen von Hühnerküken niemandem aufgefallen ist", sagte der Grünen-Politiker in Hannover. Es könne kaum noch von Kontrolle die Rede sein.

Angesichts der grausamen Tierquälerei würden sich erneut viele Fragen stellen; unter anderem ginge es dabei um die Rolle des zuständigen Veterinärs und um die Frage, seit wann das Landwirtschaftsministerium Kenntnis von den illegalen Verstümmelungen hatte und ob dagegen etwas unternommen wurde. Die Grünen wollen jetzt die im Landtag beantragte Akteneinsicht auch auf den neuerlichen Fall in Cuxhaven erweitern und die Vorgänge im Landtag zum Thema machen.

"Bei dieser Landesregierung ist Tierschutz nicht in guten Händen", sagte Meyer. Immer wieder würden wirtschaftliche Interessen vor dem Schutz der Tiere dominieren. "Die Tierquälereien sind Teil des Systems der industriellen Massentierhaltung." Das zeige auch der Widerstand von Agrarminister Lindemann gegen das geplante Käfigverbot von Bundesministerin Aigner und das Dulden von Tierquälereien in der industriellen Massentierhaltung.

Die Grünen fordern als Konsequenz aus den immer neuen Skandalen eine grundlegende Agrarwende im Sinne des Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutzes.

Zurück zum Pressearchiv