Pressemeldung Nr. 319 vom

Grüne fordern systematische Untersuchung und Ausweitung der Messstellen „Ursachenforschung an der Ems mit angezogener Handbremse“

Zur (heutigen) Vorstellung des Sachstandes zu den Giftbelastungen an der Ems durch das Agrarministerium kritisiert der agrarpolitische Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion Christian Meyer das mangelnde Tempo bei der Ursachenforschung.

"Weiterhin werden fast täglich hoch krebserregende Stoffe in Futtermitteln an der Ems gefunden, doch Untersuchungen sowohl bei Rindfleisch als auch in anderen Bereichen werden nur mit angezogener Handbremse vorgenommen." Die Grünen weisen daraufhin, dass von 36 bisher untersuchten Futtermittelproben im Emsbereich 44 % zum Teil deutlich über dem Grenzwert belastet sind.

"Das ist ein erhebliches Giftproblem, doch erst jetzt sollen auch in anderen Gebieten Referenzproben genommen und mögliche Schadstoffquellen gesucht werden", kritisierte Meyer.

Die Grünen fordern daher in einem morgen im Agrarausschuss behandelten Antrag eine unabhängige und systematische Ursachenforschung ohne Tabus. Viele Fragen, wie das PCB und Dioxin auf die Futtermittel und in Fleisch und Lebern von Tieren kommt, seien ungeklärt.

Meyer: "Ein Zusammenhang mit den ständigen Baggerungen, Aufstauungen, Verwirbelungen und dem damit einhergehenden deutlichen Schwebstoffanteil in der Ems kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Aber auch andere mögliche Ursachen müssen intensiv untersucht werden, warum es gerade auf einigen Überschwemmungsflächen an der Ems diese enorme Belastung gibt."

Dazu brauche man ein deutlich dichteres Netz an Beprobungen. "Nach Angaben von Chemikalien- und Umweltexperten müsste man mindestens das Zehnfache an Proben ziehen, um wirklich mögliche Ursachen eingrenzen zu können. Es drängt sich der Verdacht auf, man will es gar nicht so genau wissen, um das Geld für teure Messungen zu sparen und nicht gegen mögliche Verursacher vorgehen zu müssen, " kritisierte Meyer. Das sei aus Sicht des Verbraucher- und Umweltschutzes nicht akzeptabel.

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