Pressemeldung Nr. 313 vom

Wissenschaftliche Aufgabenstellung als Alibi für Schiffsüberführung Umweltverbände an Messungen beim Ems-Probestau beteiligen

Auf scharfe Kritik bei den Landtagsgrünen stößt der für morgen (Samstag) geplante zweite Probestau der Ems. "Dass bei einem angeblich wissenschaftlichen Versuch auch gleich ein Riesenschiff überführt werden soll, macht die rein ökonomische Zielrichtung des ganzen Verfahrens deutlich", sagte der naturschutzpolitische Sprecher Christian Meyer heute in Hannover.

Durch die Baggerarbeiten und Stauungen befänden sich in der Ems mittlerweile hundertmal mehr Schwebteile als in den Mündungen von Weser und Elbe, sagte der Grünen-Politiker. Im Ems-Schlick seien nachweisbar krebserregende PCB und Dioxin in unterschiedlichen Mengen gefunden worden. "Die Emsüberflutungen sind als Ursache der erheblichen Giftbelastung auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht auszuschließen."

Befremdlich sei zudem, dass das Umweltministerium den Umweltverbänden auch beim zweiten Ems-Sommerstau den Zugang zu den Messschiffen und die Beteiligung an der Festlegung der Messpunkte und Messmethoden verweigert. "Das schürt das Misstrauen und den Verdacht vorgegebener Ergebnisse im Sinne wirtschaftlicher Interessen." Meyer verwies darauf, dass der erste Sommerstau "komplett unterschiedliche Messergebnisse" erbracht hatte. Umweltschützer hatten durch eigene Messungen "Todeszonen" mit massivem Sauerstoffmangel ermittelt, während die Landesregierung keinerlei Folgen des Staus für den ökologischen Zustand der Ems konstatiert hatte.

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