Pressemeldung Nr. 58 vom

Küken-Skandal wird Thema im Landtag Tierschutz bleibt bei Minister Lindemann Kosmetik

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen ChristianMeyer hat den heute (Montag) vom niedersächsischen Agrarminister Gert Lindemann vorgestellten so genannten Tierschutzplan als "enttäuschend" kritisiert. "Die Vorschläge bleiben deutlich hinter den Erwartungen zurück", sagte der Grünen-Politiker. "Viele Ankündigungen und Absichtserklärungen für die Einsetzung von Kommissionen. Aber wenn es konkret wird, etwa bei der Besatzdichte oder dem Verbot der Käfighaltung, schreckt Herr Lindemann zurück!" Anscheinend ginge es der Landesregierung lediglich um Zeitgewinn für die unter erheblichem gesellschaftlichem Druck stehende Geflügelwirtschaft. "Tierschutz bleibt auch unter dem neuen Minister nur Kosmetik. Im Zweifel dominieren die Interessen der Geflügellobby."

Im Zusammenhang mit den ebenfalls heute bekanntgewordenen Details der Ermittlungen gegen zwei Geschäftsführer der Lohmann-Tierzucht in Cuxhaven erneuerte Meyer seine Kritik an der Landesregierung. "Offenbar hatte das Ministerium seit langem Kenntnis von den tierschutzwidrigen Praktiken", sagte der Grünen-Politiker. Trotzdem sei zu spät und zu lasch eingegriffen worden. Dafür bezeichnend sei die Einschätzung der Staatsanwaltschaft, dass sich die Tierquäler durch das Nichthandeln der Behörden womöglich sogar in ihrem Tun bestätigt fühlten.

Meyer kündigte für die Sitzung des Landtages am Donnerstag dieser Woche eine Dringliche Anfrage zur Rolle des Landes im Küken-Skandal und zu den Tierschutzplänen von Minister Lindemann an.

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