Schuldenberatung statt Haft - GRÜNE besuchen Jugendanstalt Hameln und Resohelp

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen Landtagsfraktion Ursula Helmhold und der regionale Landtagsabgeordnete Christian Meyer haben sich bei einem Besuch in Hameln einen Einblick über die Arbeit der Straffälligenhilfe Resohelp und der "Brückenstelle" für Straffällige mit Migrationshintergrund unter dem Dach der Caritas verschafft. Im Rahmen des Projekts "Seitenwechsels" besuchten die Grünen auch die Jugendanstalt in Hameln und informierten sich über die Situation der Beschäftigten und Strafgefangenen.

Im Gespräch mit dem Geschäftsführer des Caritasverbandes Hameln-Holzminden Reinhold Marx, Michael Karin (Resohelp) sowie Heike Vierks und Alexander Feigin ("Die Brückenstelle") wurde sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass Stafffällige in der Haft auf die Entlassung vorbereitet werden und auch danach noch begleitende Angebote nutzen können. So gibt es Unterstützung beim Umgang mit Behörden, bei der Wohnungsuche oder Schuldnerberatung. Christian Meyer: "Resohelp und ähnliche Angebote tragen wesentlich dazu bei, dass Haftentlassene eine Chance bekommen, sich ein neues Leben aufzubauen. Da die Lebensumstände vieler Jugendlicher, die straffällig geworden sind, nach der Entlassung weiter prekär sind, ist es besonders wichtig, diesen Unterstützung anzubieten."

Die Grünen begrüßten ausdrücklich, dass die Beratungsstellen zudem Personen die zu Geldstrafen verurteilt wurden, dabei helfen, eine Ersatzfreiheitsstrafe zu vermeiden. Dieses neue Angebot von Resohelp versucht durch kompetente Geld- und Schuldenverwaltung einen Gefängnisaufenthalt zu vermeiden. Durch diese Unterstützung sei es vielfach möglich, mit den Betroffenen und den Staatsanwaltschaften realistische Ratenzahlungen zu vereinbaren und dadurch eine Strafhaft zu vermeiden. Die Grünen forderten eine Verstärkung der Präventions- und Sozialarbeit. "Viel zu oft, fallen Kinder und Jugendliche erst in den Brunnen, bis sich um sie gekümmert wird", sagte Helmhold. Die Landesregierung dürfe daher die Mittel für Strafvollzug nicht reduzieren oder Knäste wie in Bremervörde privatisieren. 

Im Anschluß wurde das Gespräch in der Jugendanstalt Hameln mit dem stellvertretenden Leiter Wolfgang Kuhlmann und weiteren MitarbeiterInnen der JA fortgesetzt und vertieft. Die JA Hameln ist Niedersachsens einzige Haftanstalt für Jugendliche und die bundesweit größte Einrichtung dieser Art.

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