Pressemeldung Nr. 277 vom

Falsche Förderpolitik – CDU und FDP setzen weiter auf Massentierhaltung Ökolandbaufläche in Niedersachsen geht zurück

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer hat der Landesregierung vorgeworfen, die Zukunftsperspektiven des Ökolandbaus in Niedersachsen zu verspielen. "Nachdem sich die Landesregierung in den vergangenen Jahren für eine vermeintliche Zunahme der ökologisch bewirtschafteten Anbaufläche feiern ließ, belegen die amtlichen Zahlen jetzt erstmals einen Rückgang", sagte der Grünen-Politiker am Montag (heute) in Hannover. Die Entwicklung sei ein "erschreckender Beweis für die falsche Förderpolitik von CDU und FDP!". Während Megaschlachthöfe wie in Wietze (Landkreis Celle) mit 6,5 Millionen Euro subventioniert würden, friste die Zukunftsbranche Öko ein Nischendasein.

Nach aktuellen Zahlen des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ging die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche im Jahr 2010 um 428 Hektar zurück.

So könnten die Nachhaltigkeitsziele und Vorteile des Ökolandbaus für Mensch, Tier und Umwelt nicht erreicht werden, sagte Meyer.

Niedersachsen rangiert im Bundesvergleich als Schlusslicht. Nur 2,9 Prozent der hiesigen Fläche werden in umweltfreundlicher, gewässerschonender und tierschutzgerechter Weise bewirtschaft. Der Bundesschnitt weist mit 5,6 Prozent die doppelte Fläche aus. In Hessen und Brandenburg stehen sogar fast 10 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche dem Ökolandbau zur Verfügung.

"In Niedersachsen wird der Bioboom weiter verpennt", sagte Meyer. Die Förderung für umstellungsbereite Landwirte sei zu gering. "Die rot-grünen Länder NRW, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben alle eine deutliche Erhöhung der Prämien angekündigt", lobte Meyer. "Zu Recht, denn die Nachfrage nach Biolebensmitteln steigt weiter. Nur für McAllisters Regierung bleibt billiges Borstenvieh und Schweinespeck der ideale Lebenszweck!"

Der Grünen-Politiker forderte "mehr Anreize für Öko-Betriebe", etwa ein Förderprogramm für heimische Futtermittel und eine Aufstockung der Agrarumweltprogramme, die insbesondere Ökolandwirten zu Gute kommen.

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