Pressemeldung Nr. 372 vom

Grüne kritisieren drastische Kürzungen der Landesregierung Niedersachsen Schlusslicht beim Ökolandbau

Der agrarpolitische Sprecher der Landtagsgrünen Christian Meyer hat die geplante Kürzung der Fördermittel für den Ökologischen Landbau durch CDU/FDP scharf kritisiert: "Obwohl die Umsatzzahlen im Bioanbau stetig steigen, geht der Ökoboom an Niedersachsen weitgehend vorbei. Stattdessen wird das Land mit tierquälerischen Massentierhaltungsanlagen zugebaut."

So sei das Land Niedersachsen nach aktuellen Zahlen mit 2,9 % der landwirtschaftlichen Fläche absolutes Schlusslicht beim Bioanbau in ganz Deutschland. In Ländern wie Brandenburg oder Hessen werden dagegen bereits 10,5 % bzw. 9,3 % der Anbauflächen ökologisch bewirtschaftet.

In diesem Zusammenhang kritisieren die Grünen neue drastische Kürzungen beim Ökologischen Landbau durch die CDU/FDP-Landesregierung. So sollen die Haushaltsansätze für Beratung und Förderung des Ökolandbaus um 22 % auf 700.000 Euro gekürzt werden. Vor dem Regierungswechsel 2003 hatten die Mittel noch beim Doppelten (1,4 Millionen Euro) gelegen.

Meyer: "Die Kürzungen zeigen: Die Putenindustrielle Grotelüschen behandelt den Ökobereich wie ein ungeliebtes Stiefkind und als Image-Konkurrenz für die Massentierhaltungs- und Agrarindustrie. Sie lehnt eine notwendige Agrarwende hin zu Ökologie und Nachhaltigkeit ab und will den Ökolandbau in der Nische halten."

So seien auch die wichtigen Umstellungs- und Beibehaltungsprämien im Ökolandbau in Niedersachsen die niedrigsten in ganz Deutschland. Bayern zahle etwa fast das Doppelte für seine Biolandwirte, so die Grünen. Stattdessen werde ein konventioneller Geflügelschlachthof der Massentierhaltung in Wietze mit 6,5 Millionen Euro Steuermitteln bezuschusst. "Damit könnte man die Beratung des Ökolandbaus für eine ganze Legislaturperiode sicherstellen oder drei Jahre ein niedersächsisches Programm für ökologisches Schulobst finanzieren", rechnet Meyer vor.

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