Grüne aus Land und Kommune besuchen Harzwasserwerke in Hildesheim Landtagsabgeordnete Imke Byl: „Wir brauchen einen anderen Umgang mit Wasser“

Hildesheim. Passend zu Schlagzeilen über Wassermangel, Trockenheit und Klimawandel besuchten die Grünen Landtagsabgeordneten Imke Byl und Christian Meyer jetzt den größten Wasserversorger Niedersachsens, die Harzwasserwerke. Mit dabei waren auch Rashmi Grashorn und Klaus Schäfer für den Grünen Kreisvorstand, Ekkehard Domning für die Kreistagsfraktion und Ulrich Räbiger für die Stadtratsfraktion.

Die Harzwasserwerke versorgen seit fast 100 Jahren vom Harz bis Bremen mehr als 2 Millionen Menschen mit sauberem Wasser und sehen die Veränderungen der Niederschlagssituation in Niedersachsen durch den Klimawandel mit Sorge. Der Technische Geschäftsführer Dr. Christoph Donner stellte die Harzwasserwerke vor und zeigte die umfangreichen Anstrengungen für die Wasserversorgung der Kund*innen. Außerdem stellte er den Parteimitgliedern die Lösungsansätze vor, mit denen die Harzwasserwerke versuchen, sich langfristig an den Klimawandel anzupassen.

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen Imke Byl wies daraufhin, dass das Thema Wasser im Landtag angekommen sei und es gemeinsame Bestrebungen von Groko und Grünen für mehr Schutz und Neubildung von Grundwasser, für den sorgsamen Umgang mit Trinkwasser und für die weitere Reduzierung von Belastungen etwa durch die Überdüngung mit Nitrat gebe. „Durch die Dürre ist auch die Landwirtschaft, die auf zunehmende Beregnung angewiesen ist, erheblich betroffen und die Grundwasserstände sinken weiter. Deshalb ist sowohl über eine sparsamere Beregnung, etwa durch den Schwerpunkt in die Nachtstunden und längeres Halten von Wasser hinzuwirken. Aber auch bei der Gewässerrenaturierung muss das Land deutlich mehr investieren.“

Die Harzwasserwerke stellten viele Gemeinsamkeiten mit den im Landtag diskutierten Forderungen fest. Sowohl bei der Verbesserung der Qualität unseres Wassers durch Reduzierung von Pestiziden, Nitraten und Antibiotikarückständen als auch beim besseren Wassermanagement durch bessere Überwachung und Sanktionierung von illegalen Wasserentnahmen oder beim Verbot der Gas- und Ölförderung in Wasserschutzgebieten.

Der naturschutzpolitische Sprecher Christian Meyer wies auf die großen Chancen des ökologischen Waldumbaus und der Moorrenaturierung für den Wasserhaushalt hin: „Untersuchungen etwa der Landwirtschaftskammer zeigen, dass unter einem vielfältigen Laubmischwald fast doppelt so viel Grundwasserneubildung entsteht wie unter einer Fichten-Douglasien Nadelholzkultur.“

„Durch den Klimawandel müssen wir auch in Deutschland vorsichtiger mit unserem Lebensmittel Wasser umgehen“, zeigte sich Kreistagsmitglied Ekkehard Domning von den vielfältigen Maßnahmen und Forschungsprojekten der Harzwasserwerke beeindruckt. Dazu gehört auch ein Blick auf regionale Wasserversorgungskonzepte, die nachhaltig und langfristig aufgestellt werden müssen. „Wasser ist keine normale Handelsware“, zitierte Rashmi Grashorn die Kreisvorstandssprecherin die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die zu einem öffentlichen und ökologischen Umgang mit Wasser auffordert.

Auch kommunal sei es wichtig in den Städten Wasserkonzepte zu verfolgen, sowohl was die möglichst nachhaltige Verwendung von Wasser in Haushalten, Industrie und Landwirtschaft angeht, sondern auch was die Entsiegelung, Gewässerrenaturierung und Schaffung von aufgestauten Versickerungsräumen angeht. Hierzu sollen auch Anreize bei den Wassergebühren geprüft werden.

„Ganz wichtig bleibt ein energischer Klimaschutz auch zum Schutz unseres Wassers“, stellte die Landtagsabgeordnete Imke Byl  im Hinblick auf die Klimaprognosen für Norddeutschland fest. „Unsere Moore und Wälder werden eine massive Klimaerwärmung nicht überleben. Wir brauchen einen ganz anderen Umgang mit der Ressource Wasser. Die Zeiten des Überflusses sind vorbei. Wir müssen jetzt handeln, damit auch kommende Generationen noch sauberes Wasser haben. Die Wasserversorger sind genauso wie Forst- und Landwirtschaft spürbare Opfer des Klimawandels. Und wenn einige Parteien meinen, es gebe keinen Klimawandel, sollten sie sich vielleicht mal mit der Wissenschaft und den Erfahrungen der örtlichen Wasserversorger beschäftigen.“

Die Grünen forderten ein nachhaltiges Wasserkonzept für Niedersachsen, was auch eine bessere Honorierung von Ökosystemdienstleistungen einschließt: „Dies haben wir auch mit einem Antrag in den Landtag eingebracht“, erklärte der Grüne Fraktionsvize der Landtagsfraktion und ehemalige Agrarminister Christian Meyer. „Ökologischer Waldanbau, Moorentwicklung, Entsiegelung, Gewässerrenaturierung und wassersparende Technik in der Landwirtschaft und Industrie sind zu fördern“, so Byl.

Zurück zum Pressearchiv