Pressemeldung Nr. 319 vom

Morgige Bundesratssitzung ist „Probe aufs Exempel für Minister Lindemann“ Landesregierung muss Ende der Käfighaltung zustimmen

Vor der morgigen (Freitag) Bundesratsentscheidung über das Ende der Käfighaltung von Legehennen hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer von der Landesregierung die Zustimmung zu einer frühzeitigen Beendigung der Qualhaltung gefordert. "Neun Legehennen auf einen Quadratmeter zu pferchen ist Tierquälerei", sagte der Grünen-Politiker. Meyer erinnerte daran, dass auch das Bundesverfassungsgericht im letzten Herbst erhebliche Zweifel an der Vereinbarkeit dieser Praxis mit dem Staatsziel Tierschutz geäußert hat. "Minister Lindemann muss jetzt die von Verbrauchern und Tierschutzverbänden abgelehnte sogenannte Kleingruppenkäfighaltung ein für alle mal beenden!"

Der Grünen-Politiker warf dem Agrarminister vor, sich mit seiner Haltung für einen Weiterbetrieb der Käfighaltung bis 2035 zu isolieren. Unter den Bundesländern formiere sich eine Mehrheit für das Ende im Jahr 2020. Meyer: "Wenn die großspurigen Ankündigungen der Landesregierung pro Tierschutz ernst gemeint sind, dann darf Minister Lindemann in dieser Frage nicht länger als Lobbyist der Massentierhaltung auftreten. Morgen gibt es die Probe aufs Exempel: Niedersachsen sollte die tierschutzfreundlichen Anträge der Landesregierungen aus NRW und Rheinland-Pfalz unterstützen!"

Der Grünen-Politiker wies darauf hin, dass immer mehr VerbraucherInnen trotz der niedrigen Preise Eier aus Käfighaltung ablehnen. Deren Anteil am Verkauf ist laut Marktinformationsdienst der Geflügelbranche (MEG) im Bereich der kennzeichnungspflichtigen Eier im Jahr 2010 auf unter 5 Prozent gesunken.

"Dazu steht im krassen Gegensatz, dass in Niedersachsen noch knapp 20 Prozent der Hühner in Käfigbatterien gehalten werden", sagte Meyer. "Die Zukunft der Eierproduktion liegt außerhalb des Käfigs."

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