Pressemeldung Nr. 101 vom

GRÜNE: Den Flüssen mehr Raum geben Landesregierung macht Deichbau wie im vorigen Jahrhundert

Der naturschutzpolitische Sprecher der Landtagsgrünen Christian Meyer hat die aktuelle Deichbaupolitik der Landesregierung an der Elbe scharf kritisiert.

"Während Brandenburg allein im Bereich Lenzen an der Elbe mehr als 500 Hektar Rückdeichungen vorgenommen hat, will Niedersachsen in seinem Bereich neue Deiche wie im vorigen Jahrhundert bauen und gibt dem Fluss nur 19 Hektar zusätzlichen Retentionsraum. Damit wurde aus der Hochwasserkatastrophe 2002 nichts gelernt", so Meyer. 

Dies gehe aus einer Anfrage des Abgeordneten an die Landesregierung zu einem aktuellen Vorschlag des BUND Niedersachsen und der Biospährenreservatsverwaltung Elbtalaue hervor, die beide vorgeschlagen hatten, im Bereich Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg) mehr als 500 ha für den Storchenschutz wertvolle Fläche auszudeichen und die neue Deichlinie damit um 5 km zu verkürzen.

"Obwohl es alternative Flächen für die betroffenen Landeigentümer gibt und keine Siedlungen gefährdet würden, verweigert die Landesregierung in ihrer Antwort den Flächentausch und vernachlässigt damit sowohl den Hochwasser- als auch Naturschutz an der Elbe", so Meyer.

Dabei habe der niedersächsische Landtag noch 2002 einstimmig gefordert, bei zukünftigen Deichbauten vermehrt Rückverlegungen vorzunehmen und den Flüssen wieder mehr Raum zu geben.

Meyer: "Umweltminister Sander verstößt einmal mehr gegen eine ökologische Flusspolitik im Biosphärenreservat Elbtalaue und verschwendet Steuergelder durch millionenschwere Deichlinien. Nach dem in den letzten Jahren stattgefundenen Kettensägenmassaker in der Elbtalaue und dem Anbau von Genmais in der höchsten Schutzzone ignoriert er ausgerechnet im Jahr der Biosphärenreservate die Naturschutzziele wieder einmal völlig."

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern ein landesweites Aktionsprogramm zur Wiederherstellung von natürlichen Überschwemmungsflächen durch Rückdeichungen in Niedersachsen.

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