Pressemeldung Nr. 365 vom

Schäden an Eichenbeständen Folge des Klimawandels Kein Gifteinsatz in Niedersachsen Wäldern

Die Landtagsgrünen haben Minister Lindemann aufgefordert, den Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln in Niedersachsens Wäldern zu untersagen. "Solange nicht ausgeschlossen werden kann, dass Umwelt und Natur und die Gesundheit der Menschen gefährdet sind, ist eine derartige Maßnahme nicht zu verantworten", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer am Freitag (heute) in Hannover. Es sei fahrlässig, dass im vergangenen Jahr ohne ausreichende Information der Öffentlichkeit hochproblematische Spritzmitte großflächig mit Flugzeugen ausgebracht worden seien, und möglicherweise ahnungslose Waldspaziergänger gefährdet wurden.

Die eingesetzten chemischen Wirkstoffe stünden im Verdacht auch für die menschliche Gesundheit gefährlich zu sein und würden zurzeit im Rahmen der EU-Biozidrichtlinie auf ihre Auswirkungen für Mensch und Umwelt grundlegend überprüft, sagte der Grünen-Politiker. "Eine vom Umweltbundesamt empfohlene mechanische Bekämpfung von Schadinsekten ist zwar arbeitsaufwändig, aber möglich".

Ursache für die Zunahme von Schäden an Eichen seien eine durch den Klimawandel verursachte Schwächung der Bäume und Schadstoffeinträge aus Industrie und Landwirtschaft. Meyer: "Hier gilt es anzusetzen, um langfristig unsere Wälder naturnah zu erhalten und das Vordringen des auch für Menschen nicht ungefährlichen Eichenprozessionsspinners zu stoppen. Landwirtschaftsminister Lindemann muss sich für eine ökologischere Waldbewirtschaftung einzusetzen."

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