Pressemeldung Nr. 101 vom

Räume schaffen für die Bienen – und sei es am Wegesrand

Darum geht’s

Am Donnerstag (voraussichtlich ab 17.20 Uhr) berät der Landtag einen gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen mit dem Titel „Bienen schützen – Agrarwende vorantreiben!“ Mit Hilfe von EU-Mitteln will die Koalition den ökologischen Landbau fördern. Im Blick hat man unter anderem die Ränder und Seitenstreifen großer Flächen. Sie sollen nicht mehr bewirtschaftet werden, so dass dort Bienen siedeln können.

Das sagen die Grünen

Heiner Scholing*, tierschutzpolitischer Sprecher

„Bienen werden gelegentlich zu Honigmachern herabgewürdigt, dabei sind sie weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor."

„Jedes Grundschulkind weiß, dass sich Pflanzen nicht vermehren würden, wenn Bienen sie nicht bestäuben würden. Hinter diesen Wissensstand darf Politik nicht zurückfallen.“

„Der dramatische Rückgang der Bienenbestände zeigt: Auch bei diesem Thema kann sich die Landwirtschaftspolitik kein `Weiter so` erlauben. Deswegen müssen wir Räume schaffen - und seien es kleine Räume -, in denen Bienen siedeln.“

„Es bleibt außerdem bei der grundlegenden Forderung: Gentechnik kommt uns Niedersachsen nicht in den Honigtopf!“

* Die Pressestelle möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Abgeordnete Heiner Scholing aus BIENENbüttel stammt.

Pressefoto Heiner Scholing>>

Zum Hintergrund

Mehr als die Hälfte der 561 Wildbienen-Arten, die in Deutschland leben, gelten als gefährdet. (Auch die Honigbienen-Bestände gehen zurück.) Als Ursache gilt der Flächenfraß einer Landwirtschaft, die zudem auf Chemie setzt, um ihren Ertrag zu steigern. Feldsäume, Streuobstwiesen, Hecken und Feldgehölze fallen diesem Trend zum Opfer. Aus ökologischer Sicht lohnt aber auch ein Blick auf kommunale Wegesränder. In Niedersachsen bedecken sie eine Fläche von mindestens 15 000 Hektar. Weil die Pflanzenvielfalt schrumpft, nimmt auch die Zahl der Bienen ab, die sich auf diesen blühenden „Inseln“ ansiedeln.

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