Pressemeldung Nr. 229 vom

Meyer: Naturschutz darf nicht genmanipuliert sein Grüne zweifeln Ergebnis der FFH-Vorprüfung zum möglichen Gen-Mais-Anbau an der Elbe an

Der naturschutzpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion Christian Meyer hat in einem Brief an Umweltminister Sander die Entscheidung zur Vereinbarkeit von giftigem Genmais mit den Naturschutzzielen im Biosphärenreservat Elbtalaue kritisiert. Der dort geplante Anbau von Genmais MON 810 sei für Schmetterlinge tödlich und bedrohe dort die vom Aussterben bedrohte letzte Population des Großen Feuerfalters in Niedersachsen, so Meyer.

"Wir sind der Meinung, dass genveränderte Pflanzen grundsätzlich nichts in der freien Landschaft zu suchen haben. Im Schutzgebiet verstößt das Land zusätzlich gegen nationales und internationales Naturschutzrecht", schreibt Meyer in dem Brief und stützt sich dabei u.a. auf ein Gutachten des Gesetzgebungsdienstes des Landtags.

Die von der Biosphärenreservatsverwaltung vorgenommene Vorprüfung, ob eine "potenzielle, abstrakte Gefahr" für den bedrohten Großen Feuerfalter durch den giftigen Genmais bestehen könnte, war zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Beeinträchtigung des Falters auszuschließen sei. Dies halten die Grünen für sachlich nicht überzeugend und rechtlich nicht haltbar.

"Minister Sander kommt seinen Amtspflichten als oberster Naturschützer des Landes nicht nach. Er macht Politik nicht nur gegen die Natur, sondern auch gegen die Menschen", so Meyer. "Für viele benachbarte Landwirte und Imker ist die Zulassung von Genpflanzen in der Region ein erhebliches wirtschaftliches Risiko für ihre gentechnikfreien Produkte." So hat sich folgerichtig zum Beispiel der Landkreis Lüchow-Dannenberg, in dem der umstrittene Gen-Anbau stattfinden sollte, per Kreistagsbeschluss zur gentechnikfreien Region erklärt.

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