“Willkommenskultur statt Abschottung” Grüne würdigen Engagement für Geflüchtete im Landkreis

Bevern. Das Engagement für Geflüchtete im Landkreis Holzminden zu würdigen, war Anlass für den Holzmindener Landtagsabgeordneten und Agrarminister Christian Meyer und den Vorsitzenden der grünen Kreistags- und Stadtratsfraktion Peter Ruhwedel, in die Schlosswirtschaft einzuladen. Am vergangenen Mittwoch empfingen sie über 75 Helferinnen und Helfer aus dem ganzen Landkreis. Unter ihnen das DRK, die Feuerwehr, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Integrationslotsinnen und Integrationslotsen, Mitarbeiter_innen der Diakonie und viele weitere Engagierte.

Christian Meyer zeigte sich hoch erfreut über die beeindruckende Willkommenskultur für Geflüchtete im Landkreis Holzminden und sprach den Anwesenden seinen „allerherzlichsten Dank“ aus. Der Holzmindener Landtagsabgeordnete und Minister gab zunächst einen kurzen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik des Landes: So habe die rot-grüne Landesregierung die pauschale Zahlung an die Kommunen pro Flüchtling von 6.195 auf 10.000 Euro pro Jahr erhöht. Das sei deutlich mehr als zu Zeiten eines inhumanen Innenministers Schünemann von der CDU. Niedersachsen stehe für das Grundrecht auf Asyl und die Aufnahme der vor Krieg und Verfolgung Fliehenden. Vor allem aber begrüßte der Minister die anwesenden Helferinnen und Helfer: „Das ist Ihr Abend, wir als Politik in Land, Kreis und Stadt möchten, dass Sie heute im Mittelpunkt stehen und von Ihnen hören, wo der Schuh drückt“. Dies unterstrich auch Peter Ruhwedel, der ebenso den überparteilichen Charakter der Veranstaltung herausstellte.

Im Laufe des Abends brachten die anwesenden Helferinnen und Helfer die ihnen am Herzen liegenden Themen zur Sprache: Prof. Dr. Litges von der HAWK aus dem Fachbereich Soziale Arbeit berichtete von seinen Bemühungen, einen Integrationsrat zu installieren und seinem Wunsch, den Geflüchteten eine Stimme zu geben. Er appellierte, in der öffentlichen Diskussion vor allem auch über Fluchtursachen zu sprechen. So müssten deutsche Waffenlieferungen in Krisengebiete kritisch hinterfragt werden. Außerdem könne nicht oft genug betont werden, dass die aktuelle Zuwanderung eine große Bereicherung für unsere Gesellschaft darstelle. Die Flüchtlinge von heute sicherten seiner Meinung nach den Wohlstand von morgen.

Christiane Harbort-Ring vom Arbeitskreis Asyl, die sich schon viele Jahre für geflüchtete Menschen engagiert, betonte wie bereichernd die Arbeit als Integrationslotsin für sie selbst und die von ihr betreuten Menschen ist. Sie stellte aber auch deutliche Forderungen an Politik und Verwaltung: Dass medizinisch nicht ausgebildete Verwaltungsmitarbeiter_innen darüber entschieden, ob ein Asylsuchender zum Arzt gehen darf, sei nicht akzeptabel. So müsse dringend eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge eingeführt werden – eine Forderung, deren Erfüllung Christian Meyer von Seiten des Landes bereits versprechen konnte. Das Land Niedersachsen werde durch einen demnächst mit der AOK geschlossenen Rahmenvertrag den Kommunen in Zukunft ermöglichen, die Gesundheitskarte für Flüchtlinge einzuführen.

Werben konnten Studierende von der HAWK für ihr neues Projekt, das die bessere Koordination des Engagements für Geflüchtete im Landkreis zum Ziel hat. Dozentin Silke Neumeyer und die Studenten Marius Bräunlich und Michel Schmidt stellten eine neue, von Ihnen entwickelte Online-Plattform vor, die im Dezember dieses Jahres an den Start gehen soll. So bot sich eine gute Gelegenheit, beim Abendempfang weitere Kontakte mit den Engagierten zu knüpfen.

Nach einer rege geführten, gemeinsamen Diskussion tauschte man sich bei leckeren vegetarisch-veganen Köstlichkeiten aus. Am Ende eines schönen Abends zogen Christian Meyer und Peter Ruhwedel eine zufriedene Bilanz: „Einmal mehr ist heute deutlich geworden, dass die Stimmung gegenüber geflüchteten Menschen nicht kippt – ganz im Gegenteil erleben wir eine unvergleichliche Welle der Hilfsbereitschaft und des Engagements im Landkreis Holzminden. Wir hoffen, dass diese Veranstaltung hierfür einen kleinen Beitrag zur Unterstützung leisten konnte.“

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