Pressemeldung Nr. 76 vom

Kein Geld für Weideschutz GRÜNE: Umweltminister Lies verschwendet Fördergeld mit erfolgloser Wolfsjagd – Drei Viertel der Anträge zum Schutz der Weidetiere nicht bewilligt

Darum geht’s

Eine Anfrage der Grünen zu den genauen Kosten der Jagd auf den Rodewalder Rüden hat ergeben, dass die zur Verfügung stehenden 2,84 Millionen Euro jetzt schon verbraucht sind. Mehr als 100 Anträge von Weidetierhaltern zum Schutz ihrer Tiere drohen aus Geldmangel abgelehnt zu werden.

Das sagen die Grünen

Christian Meyer, naturschutzpolitischer Sprecher und Fraktionsvize

„Die Große Koalition gefährdet die wichtige Weidehaltung in Niedersachsen durch falsche Schwerpunktsetzung. Weil Umweltminister Olaf Lies sich auf den Abschuss eines Einzeltieres versteift hat, werden Mittel und Personal des Wolfsbüros dafür vergeudet. Es ist ein Unding, dass über 75 Prozent der Landwirte in den Wolfsregionen auf ihren Antrag immer noch keine Hilfen bei Zäunen und Herdenschutz bewilligt bekommen haben. Wenn die Weidetierhalter aus Geldmangel den Schutz ihrer Herden nicht mehr sicher stellen können, ist das eine Katastrophe für den Naturschutz und für die Weidetierhaltung. Auch die Antragsbearbeitung im Wolfsbüro muss durch Personalaufstockung deutlich schneller und unkomplizierter laufen. Dass Pferde- und Rinderhalter - wie von Minister Lies angekündigt - generell keine Hilfen zum Schutz ihrer Tiere etwa durch Zäune mehr bekommen, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar.

Der Schutz der Weidetiere vor dem Wolf, muss bei der Landesregierung endlich Priorität zu bekommen, statt die ganze Aufmerksamkeit einem Einzeltier zu widmen, dass schon seit längerem keine Nutztierrisse mehr verursacht hat. Die Jagd auf den Wolf steht in keinem Verhältnis zum vom Land entschädigten Schaden.  Ausgleichszahlungen an Landwirte für Risse vom Rodewalder Wolf betrugen gerade einmal 2900 Euro.

Für einen Ausgleich der Aufwendungen der Weidehaltung sehen wir uns in unserer Forderung nach einer vom Wolf unabhängigen Weidetierprämie in Höhe von 30 Millionen Euro jährlich - 20 Euro pro Schaf und 60 Euro pro Weiderind - bestätigt. Diese direkte Finanzhilfe, wie sie das Land Thüringen bereits an die Schafhalter zahlt, wäre deutlich unbürokratischer als die komplizierten und langwierigen Prüfungen des jetzigen Systems und wird auch von den Landwirten gefordert."

Hintergrund

Das Umweltministerium hat 2019 sowohl für die Entnahme von Problemwölfen als auch für die Förderung von Landwirten beim Herden- und Tierschutz insgesamt 2,84 Mio. zur Verfügung. Für den Schutz ihrer Weidetiere vor dem Wolf sind von 356 Landwirten laut Antwort der Landesregierung jedoch bereits Anträge mit einem Mindestvolumen von 2,9 Mio. (beim günstigsten Angebot) gestellt und geprüft. Weitere 119 Anträge ohne Summennennung kommen noch hinzu und das Jahr ist ja noch nicht zu Ende. Das heißt viele Weidetierhalter, die Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde anschaffen wollen, werden dieses Jahr leer ausgehen und neue Anträge haben kaum Chance auf Bewilligung. Auch sind erst 116 von den insgesamt gestellten 484 Anträgen (weniger als 1/4) bewilligt und noch weniger ausgezahlt. Das muss schneller gehen.

Zurück zum Pressearchiv