Pressemeldung Nr. 289 vom

GRÜNE: Politische Verbindungen von Geflügelkonzern Wiesenhof zu CDU offenlegen

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer hat in Zusammenhang mit den am Mittwoch (gestern) in der ARD-Sendung "Report" erhobenen Vorwürfen gegen das niedersächsische Unternehmen Wiesenhof die "Offenlegung der Verflechtungen zwischen CDU und dem Wiesenhof-Konzern" gefordert. Es sei nicht akzeptabel, dass die "grausigen Zustände" in den Hühner- und Putenmastanlagen nicht viel entschiedener von der Landesregierung und den zuständigen Landesbehörden überprüft und abgestellt würden, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag (heute) in Hannover.

Nach Dokumenten, die Meyer vorliegen, soll zum Beispiel die Mastputenbrüterei der Familie der ehemaligen niedersächsischen CDU-Agrarministerin Grotelüschen zu wesentlichen Anteilen der Lohmann AG von Paul-Heinz Wesjohann  gehören. "Es stellt sich die Frage, ob damit auch eine finanzielle Abhängigkeit der Familie Grotelüschen zur Paul-Heinz-Wesjohann-Gruppe bestanden hat", sagte der Grünen-Politiker. Offengelegt werden müsse auch, welche Rolle die Lohmann-Stiftung und der Wiesenhof-Konzern spielen würden und ob von dieser Seite der Versuch der Einflussnahme auf die Politik unternommen worden sei. So sei auch ein Staatssekretär im Bundesagrarministerium bis zu seinem Amtsantritt Mitglied im Kuratorium der Lohmann-Stiftung gewesen. Meyer: "Die CDU sollte sich dazu erklären, ob und inwiefern ihre politische Arbeit mit den Machenschaften der Agrarindustriellen in Verbindung steht."

Der Grünen-Politiker erneuerte im Zusammenhang mit der ARD-Sendung seine Kritik an Agrarminister Lindemann, der in dem vom ihm vorgelegten Tierschutzplan nichts an den Besatzdichten in der Industriemast ändern wolle. "Wir Grünen fordern deutlich mehr Platz für die Tiere und das Beenden der Schnabelkürzungen bei Puten und Legehennen", sagte Meyer.

Zurück zum Pressearchiv