Pressemeldung Nr. 9 vom

Wiesenhof-Skandal nur Spitze des Eisbergs GRÜNE kritisieren tierquälerische Zustände in Agrarfabriken

Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über grausame Zustände in einem niedersächsischen Wiesenhof-Betrieb hat der agrarpolitische Sprecher der Landtagsgrünen Christian Meyer auf mangelhafte Tierschutzkontrollen im Land hingewiesen. Die Landesregierung habe noch im letzten Jahr mit dafür gesorgt, dass die Tierschutzstandards schlechter und die Kontrollen lascher wurden, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag (heute) in Hannover. So seien in Niedersachsen jetzt mehr als 20 Masthähnchen pro Quadratmeter erlaubt. Meyer: "Der Wiesenhof-Skandal ist nur die Spitze des Eisbergs. Federpicken, Kannibalismus, Geschwüre, Medikamenteneinsatz und brutale Schmerzen sind Folge der Massentierhaltung und der Billigproduktion."  

Der Grünen-Politiker warf der CDU/FDP-Regierung vor, diese tierschutzwidrigen Zustände "herunterzuspielen und im Landtag sogar noch offensiv für den Ausbau dieser Qualfabriken" zu werben. Als Beispiel führte Meyer die Auseinandersetzung um den sogenannten "Hähnchenhighway" bei Celle an. "Aus wirtschaftlichen Gründen wird sogar noch für schlechteste Tierschutzstandards gesorgt, denn Tierschutzverbände sind in Niedersachsen nicht klageberechtigt", kritisierte der Grünen-Politiker.

Meyer wies darauf hin, dass billiges Hähnchenfleisch allein im Jahr 2008 mit 97 Mio. Euro Exportsubventionen bedacht wurde. Ein Riesenschlachthof zur Verarbeitung der Masthähnchen aus diesen Agrarfabriken werde vom Land Niedersachsen mit über 800.000 Euro gefördert. "Im Jahr 2008 hat Wiesenhof-International 392.846 Euro EU-Agrarsubventionen eingestrichen. Das Geld sollte zurückgezahlt werden!"

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