Pressemeldung Nr. 212 vom

Waldpapier der Landesregierung ignoriert Naturschutzziele GRÜNE kritisieren Dominanz der Ökonomie in Niedersachsens Wäldern

Das heute (Montag) auf dem sogenannten "Waldgipfel" von Landwirtschaftsministerin Grotelüschen vorgelegte neue Leitbild für Niedersachsens Wälder ist bei den Landtagsgrünen auf scharfe Kritik gestoßen. Der agrarpolitische Sprecher Christian Meyer warf der Landesregierung vor, ihre Forstpolitik allein an den "Nutzungsinteressen der Waldbesitzer und der Forstwirtschaft" auszurichten. "Die ökologische Bedeutung und die Waldfunktionen werden der kurzfristigen Gewinnorientierung untergeordnet!" Es sei kein Wunder, dass die Umweltverbände BUND und NABU das nicht mitzeichnen wollen, sagte der Waldexperte.

Nach dem Papier "Wälder für Niedersachsen - Wald, Forst- und Holzwirtschaft im Wandel" des Agrarministeriums sollen zum Beispiel ausdrücklich immer das geringste Schutzniveau für ökologisch wertvolle Gebiete gewählt und keine Verbesserung der Naturschutzstandards erfolgen. Auch sind danach weiter Kahlschläge, vorrangiger Maschineneinsatz und Nadelholzplantagen erlaubt. Meyer: "Die Ziele der Bundesregierung in ihrer Strategie zur biologischen Vielfalt, wonach mindestens 10 Prozent ungenutzte Naturwälder entstehen sollen, werden in Niedersachsen hingegen ignoriert."

Der Grünen-Politiker kritisiert den Plan, Nutzungsgebühren für Wanderungen in Wäldern zu erheben und fordert eine Aufnahme der bundesweiten Naturschutzziele in das Papier, insbesondere im Hinblick auf Urwälder und wertvolle Altbaumbestände.
Meyer: "Der Waldgipfel ist eine Selbstinszenierung der Landesregierung mit der Forstwirtschaft. Weder die Opposition noch die Umwelt- oder Tourismusverbände können ein solches Papier unterschreiben. Wälder sind mehr als die Holzlagerstätten des Ministeriums."

Zurück zum Pressearchiv