Pressemeldung Nr. 187 vom

Viele ungelöste Probleme und offene Fragen GRÜNE: Kompromiss an der Ems unzureichend

Die Landtagsgrünen haben ihre Kritik an dem für das Wochenende vorgesehenen Sommerstau der Ems erneuert. Damit würde in Kauf genommen, dass mitten in derAufzucht- und Brutzeit zahlreiche geschützte Vögel verenden, sagte der naturschutzpolitische Sprecher Christian Meyer heute (Freitag) in Hannover.
Der Grünen-Politiker bezeichnete den in dieser Woche beschlossenen Kompromiss von Umweltverbänden, Landesregierung und Meyer-Werft als "nicht ausreichend".

Zwar sollen in Zukunft Ersatzflächen für den Vogelschutz geschaffen werden, aber die Probleme beim Schlick, der Gewässergüte, dem Sauerstoffmangel im Sommer und der hohen Dioxinbelastung am Emsufer blieben bestehen. Auch für die Kommunen, Fischer, Hafenwirtschaft, Trinkwasserversorgung und Landwirte im Deichvorland biete die getroffene Vereinbarung keine Hilfe

Die Grünen erinnerten daran, dass schon mehrfach "historische Kompromisse" an der Ems getroffen wurden, die dann von Landesregierung und Werft nicht eingehalten wurden.

Als sehr problematisch bezeichnete der Grünen-Politiker die Festschreibung der Aufstauungen auf dreißig Jahre und die Tatsache, dass entgegen aller ökologischen Folgen in Zukunft der Beginn der "Winterstaus" auf Mitte Juli festlegt wird. "Dann sind die Sauerstoffwerte im Fluss am geringsten." Unklar bleibe auch, ob die Meyer-Werft als Verursacher der Belastungen an der Ems die Kosten tragen wird, oder ob weiter der Steuerzahler für den kostenintensiven Ausbau der Jann-Berghaus-Brücke, die Ausbaggerungen, Aufstauungen und Ausgleichsflächen aufkommen soll.

Die Grünen forderten von der Landesregierung in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten endlich ein Gesamtkonzept zur nachhaltigen ökologischen und sozialen Verbesserung der Emsregion unter Einschluss der Lösung der Schlick- und Dioxinproblematik vorzulegen, ohne neue Probleme zu schaffen.           

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