Pressemeldung Nr. 347 vom

GRÜNE fordern Verschärfung der Tierschutzgesetze in der Geflügelhaltung

Der agrarpolitische Sprecher der Landtagsgrünen Christian Meyer sieht nach den heute (Donnerstag) von Tierschützern veröffentlichten Filmaufnahmen zur Qualhaltung von Puten, den politischen Druck auf die Landwirtschaftsministerin Grotelüschen "deutlich verstärkt". Es sei klar geworden, dass das Unternehmen ihres Mannes von den bestehenden Regelungen in der Putenhaltung profitiert und zum System der Qualhaltung gehöre, sagte der Grünen-Politiker. "Tierschutz ist Teil der Landesverfassung. Man muss genau hinschauen, ob die Landwirtschaftsministerin in der Lage ist, diesen massiven Interessenkonflikt aufzulösen."

Die jetzt veröffentlichten Bilder hätten gezeigt, dass Tierquälerei in der industriellen Putenhaltung eher die Regel als die Ausnahme ist. Meyer erinnerte daran, dass nach der niedersächsischen Putenvereinbarung bis zu 5 Tiere pro Quadratmeter auf engstem Raum in stickigen Hallen zusammengedrängt werden dürfen. "Daher bin ich nicht überrascht über die grausamen Aufnahmen", sagte der Grünen-Politiker. Um zu verhindern, dass die Tiere sich gegenseitig hacken werde den Putenküken die Schnabelspitze amputiert - allein in Niedersachsen jährlich bei 56 Millionen Küken – unter anderem auch im Betrieb der Familie Grotelüschen.

Meyer kündigte für das Oktoberplenum einen Antrag an, dessen Ziel eine "drastische Verschärfung" der Tierschutzbestimmungen in der Geflügelzucht ist. Gefordert werden mehr Platz und Bewegungsfreiheit während der Mast, das grundsätzliche Verbot von Qualzuchten und das Verbot des Schnabelkürzens. Auch ein Ende der Subventionierung von Massentierhaltung und die Unterstützung einer artgerechten Tierhaltung sind Bestandteil der Grünen-Initiative. Meyer: "Ich bin gespannt, wie sich Ministerin Grotelüschen zu diesem Antrag verhalten wird."

Zurück zum Pressearchiv