Pressemeldung Nr. 363 vom

Überschreitung der Ammoniakgrenzwerte droht GRÜNE fordern Baustopp für Tierfabriken und Rücknahme der Landesförderung

Aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Landtagsgrünen Christian Meyer geht hervor, dass der "Stallbauboom in Niedersachsen einen neuen Höhepunkt" erreicht hat. Im Jahr 2009 seien 297 Geflügelställe genehmigt worden, die Zahl der Stallbauten habe sich gegenüber dem Durchschnitt der Vorjahre mehr als verdoppelt.

Damit laufe Deutschland Gefahr Ende 2010 die verbindlichen EU-Grenzwerte für Ammoniak um mehr als 60.000 Tonnen zu überschreiten, sagte der Grünen-Politiker. "Wegen Niedersachsens Stallbaumanie riskiert Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren mit hohen Strafzahlungen." Der massive Neubau diene vor allem dem mit Steuergeldern hoch subventionierten Export. Selbst Experten der Geflügelwirtschaft würden bereits vor einem Zusammenbruch des Marktes und einer "Hähnchenblase" warnen. Nach Angaben der Landesregierung sind weitere Mastfabriken mit mindestens 6 Mio. Tieren beantragt.

Meyer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Einzugsbereich des Megaschlachthofs in Wietze im letzten Jahr jedoch nur 20 Geflügelställe genehmigt worden seien. "Und die wollen nach meinen Informationen längst nicht alle an die Firma Rothkötter liefern." Zum 1. Mai 2010 seien im Einzugsgebiet nur 34 weitere Geflügelställe im Antragsverfahren gewesen. Um den Schlachthof mit 135 Millionen Hähnchen auszulasten, sind aber über 450 Agrarfabriken mit jeweils 40.000 Masthühnern nötig.

Meyer: "Trotz massiver Unterstützung durch die Landesregierung wollen immer weniger Landwirte sich auf das gefährliche Spiel der Lohnmästerei in der Massentierhaltung einlassen. Das ist auch ein Erfolg der sachlichen Arbeit der Bürgerinitiativen und kritischer Kommunen." Die Grünen fordern die Landesregierung im nächsten Landtagsplenum auf, die 6,5 Millionen Euro Landesgelder für den Megaschlachthof in Wietze zurückzunehmen und die Einhaltung der Umweltgrenzwerte beim Ammoniak durch einen Baustopp von Tierfabriken zu gewährleisten.

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