Pressemeldung Nr. 136 vom

Bau des Mega-Schlachthofs Wietze immer fraglicher Erste Erfolge der Proteste gegen Hähnchenfabriken

Die Landtagsgrünen sehen erste Erfolge der massiven Proteste aus der Bevölkerung und den Kommunen gegen die "Hühnerhighways" im Norden und Osten Niedersachsens. Trotz zahlreicher Werbeveranstaltungen sei das Interesse der Landwirte an der Errichtung von Massentierhaltungsanlagen offenbar eher gering, sagte der agrarpolitische Sprecher Christian Meyer heute (Freitag) in Hannover. "Von dem vom Land mit Millionenbeträgen geförderten Megaschlachthof profitiert nur ein Konzern. Die Landwirte werden zu abhängigen Lohnmästern degradiert". Nach Angaben der Landwirtschaftskammer schreiben bereits jetzt ein Drittel der Hähnchenmastbetriebe in Niedersachsen rote Zahlen. "Es wird immer fraglicher, ob die für den Bau des Schlachthofes in Wietze erforderlichen 450 Hühnerfabriken alle in nächster Zeit realisiert werden können", sagte der Grünen-Politiker.

Das hätten auch die Vertreter des Niedersächsischen Landvolkes bei einer Anhörung zu diesem Thema im Landtag bestätigt. Nach deren Angaben haben in der Region Braunschweig lediglich elf von über 4000 Landwirten einen Hähnchenmaststall beantragt. Die Firma Rothkötter, die den Schlachthof in Wietze mit 135 Millionen getöteten Tieren pro Jahr bauen will, hatte in dieser Woche selbst eine Verschiebung des Baus ins Spiel gebracht, diese dann aber wieder zurückgenommen.

Meyer forderte die Landesregierung auf, "endlich eine tier- und artgerechte Haltung, zum Beispiel die Freilandhaltung oder die ökologische Landwirtschaft zu fördern".

Zurück zum Pressearchiv