Pressemeldung Nr. 283 vom

Wirksame Maßnahmen gegen Überdüngung durch Massentierhaltung gefordert Dümmer darf nicht zum Gülle-See werden

Die Landtagsgrünen haben konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoffbelastungen durch Gülleeintragungen in Böden, Flüssen und Seen gefordert. Die schwarz-gelbe Landesregierung habe über Jahre zugelassen, dass durch die industrielle Massentierhaltung Gewässer erheblich geschädigt werden, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer am Montag (heute) in Hannover. So drohe zum Beispiel der Dümmer durch die massiven Einträge aus der Landwirtschaft zum "Gülle-See" zu werden. "Die Folgen sind Algenblüten, die den See zum Umkippen bringen und Fischsterben", sagte der Grünen-Politiker.

Anders als in anderen Bundesländern gebe es in Niedersachsen keine Gewässerrandstreifen und keine Einschränkungen für die Massentierhaltung. "Auf Wunsch von Minister Sander dürfen in Niedersachsen Landwirte auch direkt am Gewässerrand spritzen und düngen", kritisierte Meyer. Allein in der Region Weser-Ems betrage die direkt in Gewässer eingetragene Stickstoffmenge mehr als 26.000 Tonnen pro Jahr. Bereits jetzt überschreiten 60 Prozent der Grundwasserkörper die Nitratgrenzwerte.

Meyer: "Für die aktuellen Missstände am und im Dümmer trägt  Umweltminister Sander die Verantwortung." Es habe sich nicht bewährt, die Verantwortung für die Naturschutzmaßnahmen am Dümmer einem  - auf Initiative Sanders direkt im Ministerium gegründeten - Interessenverein zu übertragen, der im Wesentlichen versuche, die Folgen zu kaschieren, aber nicht die Ursachen zu bekämpfen. Der Grünen-Politiker forderte die Rückübertragung des Dümmer-Managements in "die kompetenten Hände des Naturschutzes".

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