Pressemeldung Nr. 14 vom

Wolfstötung Christian Meyer: Abschuss ohne Rechtsgrundlage

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Darum geht’s

Laut Medienberichten hat Umweltminister Olaf Lies bereits vor einer Woche eine Abschussgenehmigung für ein Tier aus dem Rodewalder Wolfsrudel erteilt. Nach dem Bundesnaturschutzrecht dürfen Wölfe nur in begründeten Einzelfällen getötet werden, wenn Menschen gefährdet sind oder wenn Wölfe gelernt haben, wolfssichere Zäune zu überwinden.

Das sagen die Grünen

Christian Meyer, naturschutzpolitischer Sprecher

„Es bestehen erhebliche Zweifel, ob der Alleingang von Umweltminister Lies legal ist. Eine Abstimmung mit dem Bund gab es nicht. Anscheinend knickt der Minister vor dem Druck der CDU ein. Anders als in Schleswig-Holstein wurde für den Rodewalder Wolf bislang nicht belegt, dass mehrfach wolfssichere Schutzzäune überwunden wurden. Vielmehr fehlte es in vielen Fällen an einem ausreichenden Herdenschutz. Gravierend ist auch, dass der Wolf nicht besendert ist und damit Fehlabschüsse nicht auszuschließen sind.“

„Die Ankündigung eines Wolfsabschusses kann nicht davon ablenken, dass die Landesregierung die Weidetierhalter im Regen stehen lässt. Die von Grünen und Bauernverbänden geforderte Weideprämie in Höhe von 30 Millionen Euro muss endlich kommen.“

Zum Hintergrund

Laut Bundesumweltministerium stellt das Jagen ungeschützter Weidetiere durch den Wolf kein auffälliges Verhalten dar. Mit einer kleinen Anfrage wollen die Grünen nun die Gründe von Umweltminister Lies für die Bewertung des Rodewalder Wolfsrüden als „Verhaltensauffällig“ und die Positionen von Wolfsbüro, AK Wolf und der Beratungsstelle des Bundes zu der Ministereinschätzung erfragen. Auch bleibt die Frage, wie das Land ohne Besenderung von Wölfen sicherstellen will, bei einer Jagd Fehlabschüsse zu vermeiden.

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