Grüner Fraktionsvorstand zu Gast bei den Exmoorponys im Naturpark Solling-Vogler Anja Piel: „Weideprämie für den Naturschutz“

Der Fraktionsvorstand der Grünen zusammen mit Mitarbeitern des Naturparks Solling-Vogler und der Niedersächsischen Landesforsten in der „Neuen Hute“ des Hutewaldes Solling.

Neuhaus. Die Fraktionsspitze der Grünen im Landtag besuchte auf ihrer zweitägigen Klausur in Holzminden auch den Naturpark Solling-Vogler und den Hutewald Solling der Niedersächsischen Landesforsten. Geführt wurden die Fraktionsvorsitzende Anja Piel, sowie ihre Stellvertreterinnen Miriam Staudte, Helge Limburg und Christian Meyer von Naturpark-Geschäftsführer Kurt Hapke zusammen mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Niedersächsischen Landesforsten. Zunächst wurde das vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium zusammen mit den Niedersächsischen Landesforsten errichtete WildparkHaus, das eine gute Kombination zwischen Naturerfahrung, Umweltbildung und Tourismus darstellt von den Grünen besucht. Die forstpolitische Sprecherin Miriam Staudte lobte das Konzept, die vielfältigen positiven Eigenschaften von Wäldern für Natur und Klimaschutz und als Wasserspeicher auch für Jugendliche zu vermitteln. Mit dabei war auch die von SPD, Grünen und UWG unterstützte Landratskandidatin Margrit Behrens-Globisch, die als ehemalige erste Stadträtin Holzmindens viele Kenntnisse über die Herausforderungen der Sollingortschaften mitbrachte: „Naturschutz, Landschaftserhalt und Tourismus in Einklang zu bringen, wird eine der Hauptaufgaben der neuen Landrätin sein.“

Revierförster Tobias Kiens vom Forstamt Neuhaus wies auf die erheblichen Sturmschäden durch „Friederike“ beim Nadelholz hin. Mit Neupflanzungen von Laubhölzern und insbesondere Eichen wollen sich die Niedersächsischen Landesforsten auf den Klimawandel vorbereiten.

Bei der Exkursion zu den Exmoorponys in der „Neuen Hute“ des Hutewaldes Solling erlebte die Grüne Fraktionsspitze die Begeisterung von Landwirten und Forstleuten bei dem von den Niedersächsischen Landesforsten durchgeführten Projekt der Beweidung anschaulich. Viele seltene Insekten- und Pflanzenarten wie der Deutsche Ginster konnten so gerettet werden. Die „Neue Hute“ ist ein Flächenpool der Niedersächsischen Landesforsten in dem Eingriffe in Natur und Landschaft kompensiert werden können. Er zeigt, dass über die Eingriffsregelung auch komplexe und große Projekte mit einem hohen Mehrwert für die Natur umgesetzt werden können.

Die Fraktionsvorsitzende Anja Piel erklärte begeistert: „Die Beweidung von Hügeln und Tälern mit Rindern und Ponys ist sehr gut für den Natur- und Artenschutz. Das gilt es zu fördern und zu schützen, denn die Freilandhaltung ist gut für die Tiere, erhält artenreiches Grünland und leistet einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege. Außerdem können die Rinder als regionale Lebensmittel bei den Auerochsenwochen vermarktet werden.“

Kurt Hapke übergab den Grünen im Landtag eine gemeinsame Resolution der Arbeitsgemeinschaft Grünland in Südniedersachsen. Darin fordert das Landvolk zusammen mit den Unteren Naturschutzbehörden und den Landkreisen eine zusätzliche Weideprämie in Südniedersachsen und Unterstützung der artgerechten Haltungssysteme in Höhe von rund 8 Millionen Euro pro Jahr.

Christian Meyer wies auf die in seiner Amtszeit als Minister eingeführte Weideprämie für Hanglagen hin, die ebenfalls in Kooperation von Ministerium, Landwirten, Naturschutzverbänden und Landkreisen entstanden ist. Jetzt müsse man für die nächste Förderperiode die Belange der Weidetierhalter besser berücksichtigen. Die Grünen haben daher eine Weideprämie für Rinder und Schafe in Höhe von 30 Millionen Euro jährlich in die Haushaltsberatungen eingebracht, die jedoch leider von SPD und CDU abgelehnt wurde.

„Wir brauchen diese Weideprämie“, sagte die Fraktionsvorsitzende Anja Piel aus Hameln. „Nicht nur im Weserbergland steht diese Form der Tierhaltung unter Druck. Die Weidehaltung rechnet sich oftmals nicht mehr. Daher brauchen wir unbedingt mehr Förderung, damit die schöne Landschaft im Solling auch durch Pflege erhalten bleibt.“

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