Kleine Anfrage: Gasbohrungen in Wasserschutzgebieten: Wie geht es weiter?

Anfrage der Abgeordneten Imke Byl, Helge Limburg, Christian Meyer und Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) an die Landesregierung, eingegangen am 10.01.2018

Die Landesregierung listete am 14.12.2017 als Antwort auf eine Kleine Anfrage zur mündlichen Beantwortung der o. g. Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen die aktiven und stillgelegten Erdöl- und Erdgasbohrungen bzw. Versenkbohrungen in Trinkwasserschutzgebieten in Niedersachsen auf.

Aktuell sei eine neue Erdgasbohrung im Landkreis Verden geplant, darüber hinaus „sind dem LBEG keine weiteren Planungen zu Erstellung von Erdöl- oder Erdgasbohrungen in Wasserschutzgebieten bekannt“.

In der Antwort der Landesregierung wird eine geplante Ölbohrung im Trinkwasserschutzgebiet Schönewörde im Landkreis Girfhorn nicht erwähnt. Das Unternehmen DEA informiert auf einer firmeneigenen Homepage jedoch über folgendes Vorhaben: „Die DEA Deutsche Erdoel AG plant eine neue Ölbohrung im Erdölfeld Hankensbüttel-Süd - die Hankensbüttel-Süd 96. Im Falle der Fündigkeit soll eine weitere technische Hilfsbohrung niedergebracht werden - die Hankensbüttel-Süd 97. Es wird erwartet, dass die heutige Förderung durch die beiden neuen Bohrungen mehr als verdoppelt werden kann. (http://www.bohrung-hankensbüttel.de).

Auch die Presse berichtete infolge der o. g. Anfrage über die geplanten Bohrungen: „Bereits im Mai hatte DEA damit begonnen, die Öffentlichkeit über das Vorhaben zu informieren. Angesichts der Pläne der Landesregierung, prüfen zu lassen, ob künftig Bohrungen in Wasserschutzgebieten verboten werden sollen, stellten die Grünen - darunter die Gifhorner Abgeordnete Imke Byl - jetzt eine entsprechende Anfrage im Landtag. Aus der Antwort geht hervor, dass ein mögliches Verbot 2018 geprüft werde und es mehr als 380 aktive und stillgelegte Gas- und Ölbohrstellen in Wasserschutzgebieten im Landkreis Gifhorn gibt. DEA-Pressesprecher Derek Mösche betonte, dass der Umstand, dass sich das Projekt im Wasserschutzgebiet befindet, im Genehmigungsverfahren gewissenhaft berücksichtigt worden ist. ‚Sonst wäre keine Genehmigung erteilt worden.‘“ (WAZ vom 27.12.2017, http://www.waz-online.de/Gifhorn/Wesendorf/DEA-beendet-Sondierung-fuer-Oelfoerderung).

1. Warum wurden die geplanten Bohrungen im Wasserschutzgebiet Schönewörde im Landkreis Gifhorn in der Antwort der Landesregierung vom 14.12.2017 nicht aufgeführt?

2. Sind der Landesregierung weitere Planungen für Tiefbohrungen in Wasserschutzgebieten bekannt, die in der Antwort vom 14.12.2017 nicht aufgeführt sind?

3. Wann rechnet die Landesregierung mit dem Genehmigungsantrag für die geplante Erdgasbohrung im Trinkwasserschutzgebiet Panzenberg im Landkreis Verden?

4. Vor dem Hintergrund, dass die Landesregierung im Laufe des Jahres 2018 ein Verbot des Bohrens nach Erdöl und Erdgas in Wasserschutzgebieten sämtlicher Schutzzonen prüfen will: Soll dieses Verbot auch die geplante Erdgasbohrung im Wasserschutzgebiet Panzenberg im Landkreis Verden und die Bohrungen im Wasserschutzgebiet Schönewörde im Landkreis Gifhorn betreffen?

5. Welche der in der o. g. Antwort der Landesregierung aufgeführten Erdöl- und Erdgasbohrungen bzw. Versenkbohrungen in Trinkwasserschutzgebieten sind noch aktiv (bitte betroffene Landkreise und Zweck der Bohrung aufführen)?

 

Die Antwort der Landesregierung finden Sie im Bereich "Downloads" auf dieser Internetseite oben rechts.

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