Christian Meyer MdL

Mitglied des Niedersächsischen Landtages

Minister Christian Meyer besucht zum Europatag seine alte Schule und macht klare Aussagen zum Campe

Holzminden. Zum Europaprojekttag besuchte der Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und hiesige Landtagsabgeordnete Christian Meyer den Kurs Politik/Wirtschaft auf erhöhtem Niveau des 11. Jahrgangs des Campe-Gymnasiums unter der Leitung von Christoph Bolte. Der grüne Landtagsabgeordnete aus Holzminden war früher selbst Schüler des Campe-Gymnasiums und machte 1995 dort Abitur.

„Die Räumlichkeiten haben sich so gut wie nicht verändert“, sagte Meyer nach einem Rundgang mit Schuldirektor Georg Muschik. „Es wird Zeit, dass die Kreisverwaltung jetzt endlich mit der Sanierung von Campe 2 beginnt“, sagte Meyer und kündigte an, dass noch vor der Kommunalwahl endlich die beschlossenen Investitionen in die Standorte Billerbeck und Liebigstraße starten sollen. „Ich war immer gegen einen Totalumzug aller Schulen ins Schulzentrum Liebigstraße und werde das auch weiter sein“, erklärte der ebenfalls dem Kreistag angehörende Grüne vor den interessierten Schülerinnen und Schülern. „Ich bin für ein eigenständiges Gymnasium und eine eigenständige Gesamtschule an zwei verschiedenen Standorten. Dafür bin ich oft angeeckt, aber ich habe immer für ein eigenständiges Campe gestimmt“, verwies Meyer auf verschiedene Kreistagsentscheidungen. Leider habe die Verwaltung das Primat der Politik nicht immer umgesetzt und Maßnahmen verzögert. Jetzt müsse sich baulich endlich etwas tun. „Wir wollen nicht nur gute Inhalte und einen guten Lehrkörper, sondern auch zufriedene Schülerinnen und Schüler in einem hochwertigen Lernumfeld“, so Meyer, der in den fast unveränderten Gebäuden sein Abitur machte.

Die Schülerinnen und Schüler ermunterte der Minister zu politischem Engagement in demokratischen Parteien. „Ohne Engagement und hohe Wahlbeteiligung bewegt sich nichts. Ohne die Demonstrationen und Proteste der Schüler, Eltern und Lehrer gegen den Umzug in den blauen Würfel, wäre dieser längst schon passiert. Engagement bringt etwas, für Euch und die Gesellschaft“, so Meyer. 

Nach einem Vortrag über die Europäische Union und speziell die europäische Agrarpolitik, diskutierte der Abgeordnete intensiv mit den gut vorbereiteten Schülerinnen und Schülern. Vom umstrittenen, sogenannten Freihandelsabkommen TTIP, das durch die Greenpeace-Enthüllungen aktuell war, bis zu den viel zu niedrigen Milchpreisen nach Abschaffung der europaweiten Milchquote reichten die Diskussionen.

Der Landwirtschaftsminister zeigte, dass die hiesige Landwirtschaft immer noch sehr stark von Subventionen geprägt ist. Fast 1 Milliarde Euro zahlt die EU allein an Landwirte in Niedersachsen jedes Jahr an Direktzahlungen. Meyer plädierte dafür, kleine und mittlere bäuerliche Betriebe, sowie Junglandwirte hierbei besser zu stellen, statt fast alles über Hektarprämien an Großbetriebe zu zahlen: „20 Prozent der Betriebe in Europa erhalten 80 Prozent der Subventionen, ich bezweifle, dass das richtig ist“, so der Minister.

Die Menschen wollten mehr Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz in der Landwirtschaft. Diese Leistungen von Landwirten müssen honoriert werden, sagte der Minister und verwies auf die Agrarumweltprogramme des Landes Niedersachsen: „Die für Bienen und Schmetterlinge wichtigen Blühstreifen wurden verdoppelt.“

Wie man Politiker werde, fragten die Schülerinnen und Schüler und was man verdiene. „Politiker kann jeder und jede werden. Das ist das Schöne an der Demokratie.“ Meyer selbst hatte sich in der Schulzeit für Umwelt- und Klimaschutz interessiert und sei deshalb zu den Grünen gegangen. Gleich nach der Schulzeit war er dann jüngster Kreistagsabgeordneter. Dann studierte Meyer in Göttingen Volkswirtschaftslehre, Politik, Medien und Öffentliches Recht. Heute ist er jüngster Minister in der rot-grünen Landesregierung und hat dies „keinen Tag bereut“. Man könne ein Land mitgestalten und die Ziele, die man als Schüler hatte, wie mehr Umweltschutz und Tierschutz in der Landwirtschaft, endlich Schritt für Schritt umsetzen.



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