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Nach der heutigen (Freitag) Befragung der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen zu den Vorwürfen bezüglich der tierquälerischen Puten-Haltung sehen die Landtagsgrünen die CDU-Politikerin weiterhin in Widersprüche verstrickt. "Die Ministerin konnte viele Fragen zu ihren früheren Geschäftsbeziehungen und der aktuellen Vernetzung ihrer Familie mit den in der Kritik stehenden Putenmastanlagen nicht beantworten", sagte der agrarpolitische Sprecher Christian Meyer. Es bleibe damit weiterhin unklar, wie weitgehend die sowohl politischen wie auch wirtschaftlichen Verbindungen von Frau Grotelüschen mit dem Puten-Netzwerk waren und sind. Der Grünen-Politiker fordert deshalb noch für die nächste Woche eine weitere Anhörung der Ministerin im Agrarausschuss zu der auch Beteiligte aus den fraglichen Firmen, aus Verbänden und Medien zwecks weiterer Aufklärung der Zusammenhänge hinzugezogen werden sollen. Für die weitere politische Debatte und Bewertung der Vorwürfe haben die Grünen eine Aktuelle Stunde für die Landtagssitzung am Mittwoch beantragt.
Die Ministerin gab nach Angaben der Grünen zu, dass es "Unterstützung" durch eigene Veterinäre der Grotelüschen-Mastputenbrüterei bei den von den Vorwürfen betroffenen Mästern in unklarem Umfang gegeben habe. Zugleich habe sie jedoch weitere Aussagen verweigert, ebenso zu den Vorwürfen des Kreisveterinäramtes Mecklenburg-Vorpommern zu tierschutzrelevanten Verstößen in den betroffenen Ställen.
Die Grünen forderten Grotelüschen auf, ihre früheren Geschäftskontakte und Aufgaben im Putenkomplex offenzulegen, um auch Interessenkonflikte erkennen zu können. Mit der Sonderanhörung im Agrarausschuss soll die Ministerin mit den vollständigen Fernsehaufnahmen und den verschiedenen Zeugen aus der Erzeugergemeinschaft, dem Unternehmen Grotelüschen, PETA und den Behörden konfrontiert werden.
Meyer: "Tierschutz spielt bei dieser Ministerin nur verbal eine Rolle. Auch heute hat sie sich wieder als Lobbyistin der Massentierhaltung betätigt, der die Qualhaltung von Puten weitgehend egal ist. Ministerpräsident McAllister muss jetzt entscheiden, ob er einer führenden Protagonistin der industriellen Tierproduktion weiter den Rücken stärkt oder endlich für eine Agrarpolitik für alle Betriebe und Menschen in Niedersachsen eintreten will."