Bündnis 90/Die Grünen

PRESSEMITTEILUNG

NR. 175 der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag
Datum: 10. Juni 2008

Erneut verunreinigtes Saatgut in Niedersachsen ausgebracht

Koexistenz von Agrogentechnik und Gentechnikfreiheit faktisch unmöglich

Auf mindestens sechs Ackerflächen in Niedersachsen, darunter in einem Fall im Kreis Ammerland, wurde kürzlich gentechnisch verunreinigtes Maissaatgut ausgesät. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des agrarpolitischen Sprechers der Landtagsgrünen Christian Meyer hervor. Danach sind 1350 Saatguteinheiten Mais mit dem giftigen Gen-Konstrukt BT11, das ausdrücklich nicht als Saatgut zugelassen ist,  verseucht gewesen. Nach Auskunft der Landesregierung wurden 15 Prozent davon auf mehreren Feldern ausgesät. Die genverunreinigten Pflanzen mussten nachträglich mit einem Totalherbizid vernichtet werden.

"Die Landesregierung und die Landwirtschaftskammer müssen die strikte Trennung der Produktions- und Lieferketten von konventionellem und gentechnisch verändertem Saatgut durchsetzen", forderte der Grünen-Politiker. "Es ist nicht zu akzeptieren, dass Landwirte gegen ihren Willen genverunreinigtes Saatgut erhalten. Gentechnikfreie Landwirtschaft wird dadurch systematisch erschwert."

Meyer sieht es mit den genannten Fällen erneut als bewiesen an, dass eine Koexistenz von gentechnikfreier und genmanipulierter Landwirtschaft faktisch unmöglich ist. Der Grünen-Politiker forderte das grundsätzliche Verbot von Agrogentechnik in Niedersachsen.