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Der Landtag wolle beschließen:
Entschließung
Begründung
Der Runde Tisch Gewässerschutz Werra-Weser und Kaliproduktion an dem Vertreter aller fünf betroffenen Bundesländer, kommunale Vertreter, Umweltverbände, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Tourismus- und Fischereiverbände teilgenommen haben, hat am 9. Februar 2010 mit 20 Ja zu 3 Nein-Stimmen und ohne Enthaltungen mit übergroßer Mehrheit seine abschließenden Empfehlungen beschlossen.
Er empfiehlt eine deutliche Reduzierung der anfallenden Abwassermengen durch Vermeidung und Verwertung vor Ort. Er fordert die Beendigung der Versenkung von Salzabwässern und lehnt die von K+S vorgeschlagene Neue Integrierte Salzsteuerung (NIS) als ungenügend ab. Für das nicht vermeidbare Salzabwasser soll eine Fernentsorgung zur Nordsee realisiert werden und es soll ein ständiges Monitoring hinsichtlich des Standes von Wissenschaft und Technik und zur Überwachung der Empfehlungen des Runden Tisches erfolgen.
Während alle anderen Landesregierungen von Bremen bis Thüringen, die Gewerkschaften, Arbeitgeber- und Tourismusverbände und die Vertreter der niedersächsischen Landkreise, der niedersächsischen Gemeinden und der niedersächsischen Umweltverbände diesem Konsens zugestimmt haben, haben die niedersächsische Landesregierung und die Firma K+S gegen die Ergebnisse des Runden Tisches gestimmt; die Landesregierung hat sich damit auf die Seite des Verursachers der Weserversalzung gestellt.
Der Firma K+S, die die Kosten für eine Reduzierung ihrer Salzabfälle und den Bau einer Fernentsorgung vermeiden möchte, bietet die Ablehnung Niedersachsens nun die Möglichkeit auf die Uneinigkeit der Politik zu verweisen und konkrete Maßnahmen weiter in die Zukunft zu verschieben.
Weiterhin werden täglich fast 200 LKW-Ladungen mit jährlich 7 Millionen Tonnen Salzlauge an die Werra gefahren und abgekippt. Die Weser ist daher in einem äußerst schlechten ökologischen Zustand. Der Salzgehalt liegt um mehr als das Zehnfache über dem natürlichen Niveau und die Schäden für Flora und Fauna, Tourismus, Fischerei, Trinkwassergewinnung, Korrosion bei technischen Anlagen und Landwirtschaft sind enorm. Das Ökosystem Werra und Weser darf nicht weiter als Abwasserkanal für Industrieabfälle missbraucht werden.
Die gemeinsam erarbeiteten Vorschläge des Runden Tisches bieten nun die Möglichkeit bis 2020 die Einleitung von Salzlauge in die Werra - und damit auch in die Weser – vollständig einzustellen. Werra und Weser könnten auf ganzer Strecke wieder in einen guten ökologischen Zustand nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie versetzt werden. Diese Chance darf nicht durch eine Blockade ausgerechnet vom größten Weseranlieger Niedersachsen verspielt werden.
Ein Ende der Weserversalzung ist nur gemeinsam und nicht durch Alleingänge einzelner Bundesländer zu erreichen. Niedersachsen hat die Einrichtung des Runden Tisches und die Beteiligung ihrer Kommunen und Verbandsvertreter immer begrüßt und sogar gegenüber Hessen eingefordert.
Die Landesregierung sollte sich daher der Meinung der niedersächsischen Landkreise und Gemeinden, der Umweltverbände und des Weserbundes anschließen und zusammen mit den anderen Bundesländern Druck auf den Verursacher K+S aufbauen, um schnell zu einer nachhaltigen Lösung für Werra und Weser zu kommen. Die Ergebnisse des Runden Tisches bieten dafür eine gute Grundlage.