

Die denkmalschutzpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Filiz Polat und der regionale Abgeordnete Christian Meyer haben den Abriss eines historischen Gebäudes auf der Domäne Heidbrink scharf kritisiert. "Ohne Zeitnot wird dort ein einzigartiges Baudenkmal zerstört, das nach Aussage von Denkmalschützern ein Juwel der Handwerkskunst darstellt", betonte Polat am Freitag (heute) in Hannover. "Die handwerkliche Kunst und Technik der alten Baumeister lassen sich hier besonders gut nachvollziehen. Sie wären bei einem Abriss verloren, sie sollten vielmehr gewürdigt und erhalten werden", hatte Prof. Dr. Kickler von der Fachhochschule Holzminden in einer früheren Untersuchung geurteilt. Studierende der HAWK hatten den Stall mehrfach als gutes Studienobjekt genutzt."Wenn dem privaten Investor vom Landkreis erlaubt wird, den Stall abzureißen, hätte zumindest sichergestellt werden müssen, dass vor dem Abriß Denkmalschützer das Gebäude ausmessen, dokumentieren und für die Nachwelt sichern können", so Polat. Dass in der erteilten Abrissgenehmigung auf diese Auflage verzichtet wurde und auch das Land beim Verkauf dieses wichtigen Kulturguts für ein fragwürdiges Ziegenprojekt den Denkmalschutz nicht gesichert habe, sei nicht nachvollziehbar.
Den Holzmindener Abgeordneten und tierschutzpolitischen Sprecher seiner Fraktion Christian Meyer empört besonders, dass durch den Unternehmer Petri Fakten geschaffen würden, obwohl längst nicht klar sei, ob er das Gelände später für die von ihm dort geplante Ziegenfabrik mit über 7.000 Tieren nutzen könne: "Das Vorhaben von Herrn Petri verstößt laut einem uns vorliegenden Gutachten gegen das Tierschutzgesetz und ist in dieser Form nicht genehmigunsgfähig." Auch politisch sei die Zustimmung des Kreistags völlig offen. Für den Fall, dass die Anlage nicht wie geplant realisiert werden kann, habe sich Petri ja auch ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag gesichert. Weiterhin befindet sich das Gelände im Landschaftschutzgebiet, ob es zu einer Aufhebung kommt, entscheidet der Kreistag erst im Dezember. "Wir werden uns gemeinsam mit Umwelt- und Tierschützverbänden und den vielen protestierenden Anwohnern weiter gegen die Ziegenfabrik einsetzen. Wenn Herr Petri und die ihn unterstützenden Politiker glauben, durch dieses rücksichtslose Vorgehen den Bau der Ziegenfabrik erzwingen zu können, haben sie sich geirrt." so Meyer. Der massiven Kritik vor Ort dadurch auszuweichen, dass man die Polizei gegen friedliche Proteste rufe, ist für Meyer kein Lösung: "Petri sollte sich endlich dem Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern stellen und nicht mit der Abrissbirne unser schönes Wesertal nachhaltig zerstören."