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Abgeordnete Christian Meyer (Grüne), Miriam Staudte (Grüne), Stefan Wenzel (Grüne)
In Niedersachsen wurde Ende September im Solling ein Wolf gesichtet. Es handelt sich möglicherweise um ein Tier, das in Hessen beobachtet worden ist und nach Niedersachsen gewechselt ist. Fachleute halten es auch für möglich, dass es sich um zwei Wölfe handelt, die in diesem Raum leben. Auch in der Lüneburger Heide sollen ein oder mehrere Wölfe gesichtet worden sein. Wölfe breiten sich seit einigen Jahren von Ost- und Norddeutschland weiter aus, der Gesamtbestand in Deutschland wird auf ca. 40 Tiere geschätzt. Bedauerlicherweise wurden in Niedersachsen im Jahr 2003 ein Wolf in Südniedersachsen und im Dezember 2007 ein weiterer Wolf im Landkreis Lüchow-Dannenberg von einzelnen Jägern rechtswidrig abgeschossen. Nicht nur Naturschützer bemühen sich in den letzten Jahren darum, die Akzeptanz für den in Niedersachsen über lange Zeit ausgestorbenen Wolf neu zu schaffen, sondern auch viele Jäger begrüßen die Rückkehr des einst als Konkurrent im gemeinsamen Lebensraum empfundenen heimischen Raubtiers. Trotz erster Erfolge, den Wolf in Niedersachsen in seinem angestammten Lebensraum zumindest teilweise wieder zuzulassen, bedarf es auch von Seiten der Landesregierung Maßnahmen zum Schutz und zur Steigerung der Akzeptanz für den Wolf.
Es reicht nicht aus, den Wolf unter dem Programm "Natur erleben" schützen zu wollen, sondern hier ist die aktive Vermittlung von Kenntnissen über Lebensräume und dem Wert ihrer Bewohner, auch wenn sie nach tradierten Vorstellungen zu den Räubern zählen, notwendig.
Neben der Jagd stellt der Straßenverkehr und Störungen durch den Menschen eine große Bedrohung für den Wolf dar. Gesicherte Wanderwege, großflächige Schutzgebiete und störungsfreie Wildnisregionen sind daher für die dauerhafte Ansiedlung einer lebensfähigen Wolfpopulation in Niedersachsen unerlässlich.
Ich frage die Landesregierung:
1. Wann wird die Landesregierung den angekündigten Wolfsmanagementplan mit welchen einzelnen Maßnahmen vorlegen?
2. Wann wird die Landesregierung eine Entschädigungsrichtlinie veröffentlichen, auf deren Grundlage Schäden von Tierhaltern ausgeglichen werden, wenn einmal Nutz- oder Haustiere von Wölfen gerissen werden sollten?
3. Welche weiteren Maßnahmen aus Artenschutzprogrammen und aus der Verpflichtung zum Schutz der Biodiversität beabsichtigt die Landesregierung zum dauerhaften Überleben des Wolfes in Niedersachsen durchzuführen?