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Kleine Anfrage zur mündlichen Beantwortung
Christian Meyer(GRÜNE)
Im Juli 2007 veröffentlichte das Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Broschüre mit dem Titel "HannoverGEN 2008 – 2013. Ein Modellprojekt zur Vertiefung des Unterrichts über Grüne Gentechnik an weiterführenden Schulen in der Region Hannover." Im Vorwort dieser Broschüre stellen Minister Ehlen und der Präsident der Leibnitz Universität Hannover richtig fest, dass "Neue Technologien und innovative Produkte [...] nur dann erfolgreich (sind), wenn sie in der Gesellschaft Akzeptanz finden. Dies ist in Deutschland bei der Grünen Gentechnik noch nicht der Fall." Die Landesregierung und die Leibnitz Universität Hannover (als Projektträger) "haben sich die Aufgabe gestellt, mit dem Modellprojekt HannoverGEN einen Beitrag zu leisten die öffentliche Debatte über die Bewertung der Grünen Gentechnik durch Wissensvermittlung und Bewertungskompetenz nachhaltig zu versachlichen." Sowie damit "junge Menschen für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern."
Das Modellprojekt besteht darin, während einer Laufzeit von 5 Jahren an 5 "Stützpunktschulen" mit Laborausstattung des Großraums Hannover im Verbund mit 25 Partnerschulen "sowie einem Schulungszentrum an der Leibnitz Universität Hannover" die nachhaltige Allgemeinbildung über die Agrogentechnik bei Schülern und Lehrern umzusetzen.
Im Einzelnen geht es um die Entwicklung von "Praxislaboren" und von Modulen zum Themenbereich Angewandte Pflanzengenetik / Pflanzenbiotechnologie mit dem Ziel einer landesweit organisierten Schulung von Lehrkräften der gymnasialen Oberstufe. Unter anderem ist auch ein Planspiel mit dem Titel "Gen-Fit GmbH" in Vorbereitung.
Kooperationspartner sind die Universitäten Kiel und Oldenburg sowie n-21:Schulen in Niedersachsen online e.V. mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben. Universität Kiel: Einbindung des Projekts in das bundesweite Netzwerk "Genlabor & Schule" der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V. ; Universität Oldenburg: Lehrerprofessionalisierung und Begleitforschung zum Bereich "Bewerten" und ethische Diskussion; n-21: Entwicklung eines Medienprofils "HannoverGEN online".
Bei den "Stützpunktschulen" handelt es sich um folgende Schulen:
Helene-Lange-Schule Hannover
Erich-Kästner-Gymnasium Laatzen
Wilhelm-Raabe-Schule Hannover
IGS Garbsen
Albert-Einstein-Schule KGS Laatzen
Die Gesamtkosten des Modellprojekts belaufen sich auf 1,645 Mio Euro. Sie sollen zu 700 000 Euro (42%) durch Sponsoren und Spenden aufgebracht werden, während das Land Niedersachsen sowie die Universitäten Hannover und Oldenburg 945 000 Euro (58%) davon tragen, wobei die Eigenmittel der beiden Universitäten sowie die Mittel des Landes Niedersachsen aus dem Einzelplan 06 (Wissenschaft und Kultur) des Landeshaushalts stammen.
(alle Zitate stammen aus der o.a. Broschüre)
Ich frage die Landesregierung:
1. Von wem und in welcher Höhe sind Spenden, Fördermittel und/oder Sponsoring für das Projekt erfolgt oder in Aussicht gestellt?
2. Welche inhaltlichen Vorgaben und Positionen zur Gentechnik will das Projekt bei Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern vermitteln und wie ist das Verhältnis zwischen praktischen Genversuchen und inhaltlicher (kritischer) ethisch-ökologischer Auseinandersetzung?
3. Gibt es weitere Modellprojekte der Landesregierung in vergleichbarer Größenordnung für eine nachhaltige Allgemeinbildung, die die Aufgabe haben, "die öffentliche Debatte durch Wissensvermittlung und Bewertungskompetenz nachhaltig zu versachlichen"?